Kaffee

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Kaffee

Kaffee, Tee & Co.Kaffee aus fairem Handel wird von Produzenten angebaut, die sich in Genossenschaften zusammenschließen, und er wird über diese an die Importorganisationen des fairen Handels verkauft. Dieser Kaffee ist hochwertig, wird zu allermeist ökologisch angebaut, wird langsamer - das heißt: aromaerhaltender - geröstet, und wir wissen, dass der Kaffee auch aus dem Land ist, das auf der Packung steht. Das ist die eines Seite dessen, was uns bewegt, diesen Kaffee im Weltladen anzubieten. Noch wichtiger ist es, dass die Produzenten von ihrer Arbeit selbstbestimmt leben können, dass sie sich nicht in Abhängigkeit von Plantagenbesitzern, Zwischenhändlern und Weltmarkdiktaten befinden. Entscheidungen über ihr Leben können sie selbst treffen, weil sie bestimmen können, was mit dem erwirtschafteten Geld getan wird. Sie können sich um Schulbildung für ihre Kinder kümmern, wo dem Staat die Chancen der Menschen egal sind. Sie bestimmen die Eckdaten ihres Anbaus, ihres Handels und der Verwendung der Gelder. Das ist gut für alle Beteiligten - lediglich den großen Konzernen kann es ein Dorn im Auge sein. Und das ist auch gut so....wir sähen es gerne, wenn diese Form des Wirtschaftens Schule machte, denn die andere ‚normale' Form des kapitalistischen, profitmaximierenden Wirtschaftens schädigt die Gesundheit der Menschen, ihre Würde und die Umwelt.

Kaffee kommt aus Lateinamerika, Afrika und Asien. Er ist das zweitwichtigste Handelsgut der Erde nach Erdöl. Auf dem Weltmarkt gibt es ein Überangebot - vor allem in Jahren mit guter Ernte. Die Händler bezahlen dann einen so geringer Preis an die Produzenten, bzw. die Plantagenbesitzer entlohnen ihre Arbeiter so schlecht, dass in einigen Gebieten Lateinamerikas, Bauern, die vom Kaffeeanbau abhängig sind, sich kaum noch ernähern können.

Dieser Preis ist nicht deshalb so niedrig, weil der Kaffee schlechte Qualität hat, sondern weil die Verhältnisse im Welthandel es erlauben, so zu handeln und weil Konsumenten bereitwillig die Billigware kaufen.

Das hat so viele negative Folgen für die Gesellschaften dort, für die Produzenten aber auch für das Zusammenleben auf dem Land und in der Stadt, dass es nicht als Bagatelldelikt angesehen werden kann, wenn wir den Händlern freie Hand lassen. Profitmaximierung für sich selbst und die Konzentration des Handels in den Händen weniger, meist westlicher Unternehmen, ist Ursache für Verelendung anderswo. Es ist auch die Ursache, dass Umweltschutz wo immer möglich umgangen wird. Und - es sorgt dafür, dass auch hier Unternehmen ArbeiterInnenrechte aushöhlen können, mit der Drohung außerhalb Europas zu investieren.

Es gibt (noch) die Alternative, biologisch angebauten und unter selbstbestimmten Lebens- und Produktionsbedingungen hergestellten Kaffee zu kaufen. Produzenten in verschiedenen Gegenden Lateinamerikas, sowie in Tansania sind die Lieferanten des Kaffees, den es im Weltladen gibt. Die Bauern bewirtschaften ihre Felder in den allermeisten Fällen nach ökologischen Gesichtspunkten, entweder, weil es ihre traditionelle Art zu wirtschaften ist, oder weil sie die Schäden der chemisch unterstützen Landwirtschaft schon erlebt haben und sich umgestellt haben.

Die Sorten im fairen Handel sind zu einem großen Teil hochwertiger Arabica-Kaffee und das besondere ist: jeder Kaffee kommt aus einem begrenzten Gebiet. Deshalb ist im Mexiko-Sonrisa auch tatsächlich nur mexikanischer Kaffee aus zwei Anbaugebieten verarbeitet. Ebensolches gilt für den Kolumbien-, den Cuba-, den Nicaragua-, den El Salvador- und den Tansaniakaffee.

Die Bauern sind meist in Produzenten- und Vermarktungsgenossenschaften zusammengeschlossen. Die Strukturen, in denen sie zusammenarbeiten, können unterschiedlich aussehen. Immer haben aber die einzelnen Produzenten Mitsprache und werden an den höheren Preisen für den Kaffee beteiligt. Oft wird der Mehrpreis nicht direkt ausgezahlt, sondern in soziale Projekte wie Schulen, Kindergärten, rechtliche Beratung, Unterstützung für die Umstellung auf ökologisches Wirtschaften, Bio-Zertifizierung, Ausbildung etc. gesteckt. Wie die Gelder verwendet werden, wird gemeinsam entschieden.

Diese Form des Zusammenarbeitens ist uns auch relativ fremd. Kaum einer sieht die Notwendigkeit, sich mit seinen Mitmenschen zu verständigen und evtl. auseinanderzusetzen, wenn eine Aufgabe gelöst werden soll. Eher schon sind wir es gewohnt, Anweisungen auszuführen. Deshalb nehmen wir uns das auch zu Herzen, und arbeiten im Weltladen als kollektiv. Das fordert unsere gewohnte Abhängigkeit von Hierarchien heraus und fördert selbstverantwortliches Handeln. Naja und auf diesem Wege lernen wir auch noch etwas dazu.

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